Nerdish by nature Februar 2021


Nerdish by Nature: ich habe gerade mal meine New Entrys der letzten Monate zusammengesucht und fotografiert. Eine wunderbare Sache um die Auto-Winterpause zu überbrücken und den Corona-Frust zu eliminieren : )

Here we go: beginnen wir mit dem Bausatz im „LEGO-Style“, den ich bei einem italienischen eBay-Händler gekauft habe. Bei den Bausteinen handelt es sich allerdings nicht um originales dänisches LEGO-Material, sondern um Steine ohne Branding, also ohne Aufschrift.
Hintergrundinfo: seitdem 2010 das Patent ausgelaufen ist, dürfen auch andere Firmen Lego-kompatible Bausteine produzieren. Und davon gibt es schon einige, beispielsweise CaDA, Pexl oder Modbrix. Qualitativ sind diese definitiv nicht schlechter. Blöd nur, dass die Bauanleitung in diesem Fall nicht ganz vollständig war. Egal, das 23 Zentimeter große Modell ließ sich trotzdem korrekt zusammenbasteln.


   
         
 

Den seltenen batteriebetriebenen Bandai hatte ich schon länger auf der Suchliste. Nu isser da. Warum die Scheinwerfer rot sind und die B-Säule fehlt? Frag' mich was leichteres. Ich mag ihn!

Ebenfalls mit Batterie, die in diesem Fall allerdings nur der Beleuchtung dient, ist der winzige 6er von Da Yang Toys. Eine Asia-Spezialität mit Rückzugsmotor ist der grünmetallic-farbene Onoeman (kein Schreibfehler). Nicht schön, aber selten. Auch hier war es Zeit nach vierzig Jahren mal die Packung zu lüften.


   

Back to the Future geht’s mit dem Sechser-Cabrio von Griff Tannen. Die legendäre Filmszene kurz vor der Hoverboard-Verfolungsjagd hat wahrscheinlich noch jeder im Hinterkopf. Im Gegensatz zum Film von 1989 kam das argentinische Cartrix-Modell erst 2020 auf den Markt.
Es wirkt fast so, als sei es in einem kompletten Block aus Resin gegossen worden. Nur ein paar Details wie das Armaturenbrett mit rudimentär ausgeprägtem Lenkrad, das seitliche Gestänge und die Reifen sind anmontiert. Die weiteren Feinheiten sind Decals bzw. mit dem Pinsel aufgemalt. Auch die Frontscheibe ist nur glänzend grau auflackiert.


Reine Handarbeit aus Resin-Guss ist auch die 1:87 Tuning-Variante aus der 'Private Series' von Uwe Imse. Im Gegensatz zu den gleich großen Herpa-Modellen ist das Imse-Modell mit detaillierten Scheinwerfer und ein paar fotogeätzten Kleinteilen versehen.


   

Den durchgeknallte Supertoys-Polizeiwagen hatte ich ja letztes Mal schon gezeigt, jetzt lief mir die Notarzt-Version zu. Die Packung im Hintergrund des Fotos ist übrigens ein Herpa-Modellset mit E21, E28, einem grünen E24 in Form eines 633CSi und einem silberfarbenen 7ers der Baureihe E23.

Ein weiterer Deformer ist das neongrüne Kunststoff-Vehikel mit blauen Reifen auf pinkfarbenen Felgen. Bislang lässt es sich keinem Modellauto-Hersteller zuordnen. Es gibt zwar ein ähnliches Metallmodell, aber im direkten Vergleich fallen einige Details auf, durch die sich die Modelle voneinander unterscheiden. So zum Beispiel die fehlenden Auspuffendrohre und nicht vorhandene Lüftungsauslässe in der Motorhaube.

 

Da sich viele Deformer sehr ähnlich sehen, habe ein paar davon zu einem Vergleichsfoto zusammengestellt.
Wie ein Ei dem anderen gleichen sich auch einige 1:64 Modelle. Mein „neuer“ gelber Gingell ist genau genommen auch nur ein Abguss des bekannteren Summer Modells. Auch hier mal ein Foto mit der übrigen 1:64er Crew.

Die 1:64 Crew Deformer Gang







Extra-extra-small und selbstgebastelt — Der „Enny“ Tourenwagen im Maßstab 1:87 Mai 2021


Der Modelleisenbahn-Maßstab H0 — zum richtigen „Modellbauen“ ist die 1:87 fache Verkleinerung des Originals fast zu winzig.

Aber da gab es noch diesen Imse-Resin-Kit, der bei mir rumlag und endlich mal zusammengebaut werden wollte. Die üppigen Kotflügelverbreiterungen signalisierten: das muss eine Gruppe-2-Version werden. Am besten der „Enny“ von Helmut Kelleners und Umberto Grano, Gewinner der Tourenwagen-EM von 1981.

 

Was es dafür leider nicht gab, waren Wasserschiebebilder (auch Decals genannt) mit dem entsprechenden Design. Da blieb mir nichts anderes übrig als sie selber zu machen. Ich hatte glücklicherweise noch einen Satz 1:43 Decals von einem alten Provence Moulage Bausatz in meiner Sammlung. Diese entsprachen zwar dem roten Design der späteren Jürg Dürig Version, aber trotzdem bildeten sie eine gute Basis für das Enny-Dekor.

Eingescannt, auf 1:87 runterskaliert, in grün umgefärbt, und mit den passenden Sponsoren der Kelleners/Grano Version versehen, sah das Ganze schon sehr authentisch aus. Nach einer erfolgreichen „Anprobe“ mit Hilfe eines Papierausdrucks ließ ich das Dekor als Wasserschiebebild bei Druckeronkel printen. Den Frontgrill baute ich auch als Decal, da er in diesem Maßstab anders nicht präzise darstellbar ist.

 

Aber erstmal wurde die aus Resin gegossene Imse-Karosserie bearbeitet. Hier und da mussten noch ein paar weggebröselte Fehlstellen ausgebessert werden, dann wurden die seitlichen Zierleisten weggeschliffen. Die Enny Version hat nämlich keine. Zusätzlich wurde ein selbstgemachter Heckspoiler anmodelliert und selbstgeschnitzte Renn-Außenspiegel angesetzt.

 

Danach ging’s ab in die „Lackierkabine“ (unser Keller) um die Karosse mit Dupli-Color aus der Sprühdose zu benetzen. Das anschließende Ergebnis sah ziemlich gut aus und die Decals konnten angebracht werden. Damit die Aufkleber nicht vergilben und alles griffest ist, wurde das Ganze noch mal mit Klarlack versiegelt.
Was leider nicht so gut passte war die mitgelieferte Tiefziehfolie für die Scheiben. Egal, Überrollkäfig rein, ebenso Innenraum und Achsen.

Ein kleines feines Detail fehlte allerdings noch: die seitlichen Endrohre. Aber woraus baut man die? Ganz simpel: einfach bei eBay die billigsten Druckbleistifte kaufen (Stück 1 Euro), die Spitzen abzwacken und ab an’s Modell.


 
 
Die Enny-Drillinge: Bburago (1:26), Spark (1:43) und Imse (1:87)

   

Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich ziemlich zufrieden. Bis auf den etwas vermackten Radlauf hinten, den ich noch besser hätte schleifen müssen. Generell ist mir der Maßstab 1:87 aber zu klein um wirklich präzise daran arbeiten zu können.

Hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht und war für mich eine schöne handwerkliche Abwechslung von der täglichen Überdosis an digitalem Zeugs.
Das Kontrastprogramm vom auf-den-Monitor-starren und dem monotonen Handy swipen — meditatives basteln! ; ) Ach so, einen Satz Enny-Decals habe ich noch. Wer einen haben möchte kann sich gerne melden. Und Uwe Imse verkauft auf eBay ab und an noch einen seiner Resin-Bausätze. Schaut dort bei Interesse mal nach dem Verkäufer „modellbaumeister-2013“.


 
Der Imse-Resin-Kit versus Herpa Gubin Sondermodell

Die BMW-Italia Pressemappe von 1981


Das Original: vor fast genau 40 Jahren wurden Helmut Kelleners und Umberto Grano auf diesem Fahrzeug Tourenwagen Europameister. Mehr dazu hier

 







Im Siku Museum in Stadtlohn Juli 2021


Ich dachte ein Modellautonerd zu sein — haha! Nach dem Besuch in Thomas Höings privatem Siku-Museum fühlte ich mich wie ein kleiner, blutiger Anfänger.
Für seine 36.000 Modellautos umfassende Sammlung errichtete Höing im Münsterland ein doppelstöckiges Museum und ergänzte seine Kollektion mit neunzig Audi-Modellen im Originalmaßstab. Tolle Treser-Quattros inklusive. Aber seht selbst:


   
Auf zwei Stockwerken:   Viele große Autos und noch mehr kleine   Vitrine reiht sich an Vitrine

   
Siku-Kunststoffmodell aus den frühen 50er Jahren   Auch Figuren gab's in der Frühphase   Entwurfszeichnungen

   
BMW 2000 CS der Siku V-200 Serie   traumhafter 600er Pullmann   Ford 20M

   
Ernsthaft? Lamborghini Espada mit Zeltanhänger!   unbekannte Farbvarianten   ungarische Metchy Lizenz- und Sondermodelle

   
    Audi-Zentrum Essen als Modell   Audi 5000 C2

   
Käfer und Audi Einsatzfahrzeuge       ein weiteres Diorama

   
Audi 5000 C3 Picasso Stretchlimousine   verschiedene TreserAudi (Roadster, Largo)   Einer von 25 Stück: Treser Hunter

   
TreserAudi 200   Audi Coupé Gullwing (Umbau aus den 90 Jahren)   Bischhofberger Motorcaravan

   
Picasso, Pollmann Bestatter, Bischhofberger   Ein Unikat: die Quattro Limousine von Artz   Audi Modelle verschiedener Hersteller

   
interne Siku Farbtests   Scirocco GTX, 1985   Rengdengdeng - DKW 3=6 Zweitakter

   
Crayford Audi 100 Cabriolet   !:18   1:1

   
Anarchie im Sammlungsschema:   topgepflegter BMW 320i aus dem Jahr 1979   Die Evolution des Siku Modells von 1978-1990


Von Siku Modell Nummer 1035, dem 6er BMW, waren die in Deutschland erhältlichen Modelle ausgestellt, also grün, gelbgrün (metallic) und verkehrsrot. Ein paar Vitrinen weiter jedoch gab es zu sehen, welche weiteren Farben bei Siku auf Markttauglichkeit hin erprobt wurde. Sehr interessant! Leider alles Mustermodelle und somit unverkäuflich.


   
Erste Version mit B3 Raddesign („Siku-Siku“ Druck)   Zweite Version mit B4 Raddesign („Alpina-Style“)   interne Siku Mustermodelle (Prototypen)


Ein super interessantes Museum! Falls Ihr mal im Münsterland seid, dann schaut doch mal bei Thomas Höing und seiner Siku-Kollektion vorbei.
Mehr Informationen findet Ihr unter der Website des Museums: www.oldtimermuseum-hoeing.de




Zuhause angekommen musste ich natürlich auch noch mal meine Farbvarianten aufreihen.

Von links nach rechts: das Urmodell in grün (uni), extreme Farbausreißer in gelb- und grünmetallic, die bekannte verkehrsrote Version, sowie weiß und orange.
Bei den beiden letzteren handelt es sich um seltene REI-Lizenzmodelle aus Brasilien, die nach dem Auslaufen der Siku Fertigung in Südamerika unter Lizenz hergestellt wurden.


   
Etwas vermackter als der aus dem Museum   Die brasilianischen Siku-REI-Modelle   Made in Manaus


Unglaublich aber wahr: auch wenn die Modelle farblich ziemlich schräg aussehen hätte man seinen Sechser im Jahr 1976 so lackieren lassen können.
Inkaorange und Mintgrün waren damals schwer in Mode. Hier eine E24 Farbkarte von 1/1976. Sogar der vom BMW 2002 bekannte Gelbton „golf“ war in diesem Jahr verfügbar! Weiß gab es sowieso fast während der gesamten Bauzeit.

Doch zurück zu Siku. Was mir jetzt erst auffiel: der Prospekt 1978/79 zeigt auf dem Cover auch eine silberfarbene Version. Innen ist jedoch nur die grüne Version zu sehen. Diese Variante war also geplant und wurden kurz vor dem Serienstart verworfen. Bei beiden scheint es sich zudem um Handmuster zu handeln, deren Scheinwerfer und Niere mit silberner Farbe aufgepeppt wurden.


 
Was macht der silberfarbene 6er auf dem Cover des Siku Prospektes?

Auf den Innenseiten ist jedenfalls keine Spur mehr davon zu finden



Fühlt Ihr Euch bei Betrachten der Prospektseiten auch gerade wie mit der Zeitmaschine in die Kindheit zurückversetzt? Flashback in die 70er Jahre!
Ich kann mich jedenfalls noch sehr gut daran erinnern...


 





Du besitzt einen Rhino, Golden Wheel, Lucky Bone Breaker, Kay Yip Bio Racer, Tsukuda, Walthers, Con-Cor
oder ein argentisches Buby Modell?

Hervorragend! Genau diese Modelle suche ich nämlich noch. Mail mir gerne!











     
  Falls Euer 6er-Modellauto-Hunger jetzt immer noch nicht gestillt sein sollte...

...möchte ich Euch noch eine ganz spezielle Website an's Herz legen. Walter Schmidt dürfte die weltweit größte Kollektion diesbezüglich sein Eigen nennen.
Er hat es sogar versucht sämtliche Farb-, Felgen-, Innenraum- und sonstige Versionen zu katalogisieren und zu besitzen. Beim Hersteller Herpa sind das allein schon knapp 100 einzelne Modelle.
Mehr geht einfach nicht!

www.sixer4u.de

 
     





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